Stress, Fernsehen und tote Schildkroete

Ich sitze gerade nach einem sehr anstrengenden Wochenende in der Bar, draussen regnet es und endlich kann ich mich ein wenig entspannen.

Am Freitagmorgen ist ein Fernsehteam hier angekommen die einen Bericht ueber unser Projekt drehen wollen, da letztens in den Nachrichten war, dass an unserem Strand seit Anfang Juli 19 Schildkroeten angespuehlt wurden. Dies ist sehr ungewoehnlich und natuerlich sehr schlecht fuer die Schildkroetenpopulation. Das TV-Team hat also die Brutstätte und unser vorgehen gefilmt und später ein paar von uns interviewt unter anderem mich. Das Interview war natuerlich auf Spanisch aber ich habe soweit alles sauber rausbekommen was ich sagen wollte. Die Reporter haben mich gefragt wie es kommt, dass ich als Deutscher in diesem Projekt ein Jahr lang arbeite und was ich hier unvergessliches Erlebt habe was ich auf jeden Fall meinen Freunden in Deutschland mitteilen werde. Daraufhin habe ich geantwortet, dass dei schluepfenden Schildkroeten ein unvergessliches Bild abgeben wenn sie so unbeholfen aber doch erstaunlich zielstrebig zum Meer laufen. Am Ende sollte ich dann nochmal auf deutsch Rettet die Schildkroeten in die Kamera sagen. Das ganze wird heute Abend ausgestrahlt wozu wir alle aus dem Projekt hier in die Bar gehen werden um uns dads Spektakel anzugucken.

Samstag ging es dann weiter mit einer 30 köpfigen Bankguppe fuer die das Haus natuerlich ebenfalls blitzeblank sein musste. Die Arbeit mit so grossen Gruppen ist sehr stressig, da sie wenig ueber Schildkroeten wissen, nicht an körperliche Arbeit wie 3 Stuendige Strandpatrouillen gewöhnt sind und wir Langzeitfreiwilligen stets irgendwie helfen muessen. Die Patrouille war besonders anstrengend, da mir 8 Stadtdamen zugeteilt wurden, die genauso gut Highheels haetten tragen können. Nach 3 Stunden Patrouille ohne Schildkröte haben sie aber wenigstens ein paar kleine Schildkrötenbabies in der Brutstätte sehen können 🙂

Heute mussten wir dann um 7 Uhr aufstehen um das Haus zu säubern und dann nach dem Fruehstueck den Sand in der Brutstätte zu wechseln, in welchem schon Schildkroeten geschluepft sind und welcher demnach schon kontaminiet ist. Anspruchsvoll ist das ganze natuerlich nicht aber extrem anstrengend. Die gute Nachricht fuer mich ist, dass wir nach Dezember, wenn keine Schildkröten mehr kommen den gesamten Sand der Brutstätte wechseln muessen – juhuu.

Naja jetzt werde ich die restliche Zeit bis zum Abendessen nutzen um mich ein wenig auszuruhen. Ich habe vorgestern auch endlich mein Surfboard gekauft also kann ich ab jetzt auch surfen gehen, wenn ich Freizeit habe 🙂

Schöne Gruesse aus dem Paradies mit Schildkröten

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